Beim Wandern trifft man immer wieder auf Kuhherden. Mutterkuh Schweiz und der Verband Schweizer Wanderwege haben gemeinsam einen Kurzfilm erstellt, damit Begegnungen mit Kühen gefahrlos ablaufen. Der Kurzfilm aus der Serie «Like to Hike» fasst dabei die drei Hauptregeln kompakt zusammen.
Verhaltensregeln bei Begegnungen mit Kühen
Drei Regeln auf einen Blick
Tiere grossräumig umgehen
Befindet sich eine Kuh oder sogar die ganze Herde auf und um den Wanderweg, muss ein grosser Bogen um die Tiere gemacht werden. Dabei sollen folgende Punkte beachtet werden:
- langsam bewegen und nicht zwischen den Tieren hindurchgehen
- die Tiere bergseitig (oberhalb) umrunden
- die Herde beobachten und allenfalls Abstand vergrössern
Kälber und Kühe nie berühren
Kühe beschützen ihre Kälber! Aus diesem Grund dürfen die Kälber nicht berührt werden. Nähert sich ein neugieriges Kalb, weicht man diesem langsam aus.
Hunde an die kurze Leine
Hunde müssen beim Durchqueren von Rindviehweiden immer kurz angeleint und unter Kontrolle gehalten werden. Kühe erkennen in Hunden, unabhängig von Grösse und Rasse, einen Wolf und nehmen sie daher als Bedrohung wahr. Daher ist es wichtig, den Abstand zu den Tieren besonders gross zu halten, wenn ein Hund dabei ist.
Warnsignale von Kühen
Wer Rindvieh genau beobachtet, erkennt schnell die Warnsignale einer Kuh, die sich nicht mehr wohl fühlt. Wer diese Signale erkennen kann, ist in der Lage frühzeitig zu reagieren und verhindert so kritische Situationen. Fällt eines der folgenden Signale auf, ist es sinnvoll, den Abstand zu vergrössern und die Weide schnellstmöglich zu verlassen.
Wiederkäuen
Kühe verbringen sehr viel Zeit mit Wiederkäuen, oftmals liegen sie dabei. Wenn nun eine Kuh abrupt mit dem Wiederkäuen aufhört und aufsteht, ist dies bereits ein erstes Warnsignal und zeigt, dass der Abstand vergrössert werden muss.
Körperhaltung
Wenn Kühe den Kopf senken, schnauben oder gar mit den Vorderfüssen zu scharren beginnen, muss die Weide schnellstmöglich verlassen werden. Dies sind die ersten Zeichen eines Angriffs – die Kuh fühlt sich oder ihr Kalb bedroht, ein sofortiger Rückzug ist angebracht. Dabei langsam bewegen und der Herde nie den Rücken zudrehen. Rennen sollte vermieden werden. Es kann die Tiere reizen und erhöht das Risiko von Stürzen.
Verhalten im Notfall
Wenn Warnsignale übersehen oder ignoriert werden, ist es möglich, dass es zu einem Angriff kommt. In einem solchen Fall sind folgende Punkte wichtig:
- Sofortiger und rascher Rückzug
- Jacke oder Rucksack liegen lassen, um die Tiere abzulenken
- Hunde loslassen, denn sie sind schneller als Kühe und können sich selbstständig in Sicherheit bringen
Werden die drei Hauptregeln beachtet, sollte es aber gar nicht so weit kommen. Deshalb: Abstand halten, Tiere nicht berühren und Hunde an die kurze Leine. Wir wünschen einen schönen und entspannten Wandersommer.