Rinderrassen
Hereford
Genügsam und gelassen überall auf der Welt
Das Wesen der Herefords – ruhig, robust und bewährt
Ursprünglich stammt die Rasse Hereford aus der Grafschaft Herefordshire im Westen Englands. Die Herefords wurden dort als Zugtiere eingesetzt und waren äusserst beliebt. Es genügte, die Tiere mit kostengünstigem Gras zu füttern. Zudem hatten sie einen äusserst ruhigen Charakter und starke Nerven, was die Arbeit mit ihnen sehr erleichterte. Diesen haben sie über all die Jahrhunderte behalten, obwohl sie seit dem 17. Jahrhundert verstärkt für die Fleischproduktion gezüchtet und immer weniger als Zugtiere eingesetzt wurden.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts hat sich die Rasse rund um den Erdball verbreitet. Einerseits sicher wegen ihrer Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Klimaverhältnisse mit entsprechend magerem Futterangebot. Andererseits dürfte auch der ruhige Charakter eine Rolle gespielt haben, erleichterte er doch den Umgang und reduzierte die Gefahren während des wochenlangen Schifftransports über die Weltmeere beträchtlich.
Englische Herkunft, weltweit verbreitet
Heutzutage ist keine andere Fleischrindrasse weltweit verbreiteter: Etwa 100 Millionen Herefords werden in über 50 Ländern der Erde gehalten. Allerdings gibt es mittlerweile zahlreiche verschiedene Typen und Linien, auch neue Rassen sind entstanden. In feucht-heissen Klimazonen wie in Brasilien wurden beispielsweise Brahman-Rinder eingekreuzt, um die Widerstandsfähigkeit gegen – durch Insekten übertragene – Krankheiten zu verbessern. Seit 1946 werden diese Kreuzungen als eigene Rasse namens Braford geführt.
In der Schweiz wird in der Hereford-Zucht Wert gelegt auf natürliche Hornlosigkeit. Die Herefords sind auch hierzulande sehr gut an die klimatischen Bedingungen angepasst und produzieren mit einer äusserst guten Raufutterverwertung bestes Fleisch aus Gras. Trotzdem sieht man die dunkelroten Tiere mit dem weissen Kopf noch nicht allzu häufig.
Quellen: Fleischrinder Journal 4/20; Wikipedia; Tierwelt