Rinderrassen
Braunvieh
Braune Kühe – Schweizer «Produkt» mit weltweiter Verbreitung
Ursprünglich eine Schweizer Kuh
Braune Kühe gehören zur Schweiz – zumindest in gewisse Regionen. Seinen Ursprung hat das Braunvieh in der Zentralschweiz. Die ersten Dokumentationen der Zucht dieser Rasse stammen aus dem 15. Jahrhundert aus dem Kloster Einsiedeln. Ursprünglich diente das Braunvieh als Arbeitstier und gab zudem Milch und Fleisch. Braunvieh bzw. Schweizer Braunvieh ist ein Oberbegriff für die Zuchtrichtungen Brown Swiss (BS), Original Braunvieh (OB) und Rückgekreuztes Original Braunvieh (ROB). BS sind klar die Milchschwestern der beiden Schläge Original Braunvieh und Rückgekreuztes Braunvieh, welche bei der Doppelnutzung für Milch wie auch für Fleisch zum Einsatz kommen.
Die Alleskönnerin
Ab dem 18. Jahrhundert verbreitete sich das Braunvieh in der ganzen Schweiz, 1879 wurde das Herdebuch begründet. Von der Zentralschweiz breitete sich das Braunvieh über den Alpenraum in die Nachbarländer aus, bis es im 19. Jahrhundert ein Exportschlager sondergleichen wurde und bis nach Amerika gelangte. Dort wurde die Milchleistung der braunen Kühe stark gefördert. In den 1960er Jahren kehrten erste sogenannte «Brown Swiss» aus Amerika zurück, die hier zur Milchproduktion gehaltenen Braunvieh-Kühe wurden mit Brown Swiss gekreuzt.
Seither gibt es in der Schweiz zwei Zuchtlinien: Da ist einerseits die auf Milchleistung spezialisierte Braunvieh-Schwester Brown Swiss und andererseits das weiterhin auf Zweinutzung Milch und Fleisch gezüchtete Braunvieh oder Original Braunvieh.
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Braunvieh-Kühe sind in auf den Bergweiden daheim. Sie verwandeln Gras in wertvolle Lebensmittel | Foto: Martin Freund -
«Gurtkühe» sind Braunvieh-Kühe mit einem weissen Fellgurt um den Bauch. «Blüem» haben ebenfalls weisse Fellabzeichen: Die Rückenlinie soll weiss, der Schwanzansatz optimalerweise weiss mit braunen Punkten durchsetzt sein. Ein weiss-gesprenkelter Kopf und Sprunggelenke mit weissen Bändern gehören ebenfalls dazu | Foto: Ady Hotz
Auf Bergweiden daheim
Das Braunvieh mit den zwei Schlägen Original Braunvieh sowie Rückgekreuztes Original Braunvieh ist seit Beginn in den 1970er Jahren eine wichtige Rasse in der Mutterkuhhaltung. Die Kühe sind gut geeignet, Gras von den Schweizer Hügeln und Berghängen in wertvolle Milch für die Kälber umzuwandeln. Die Tiere sind robust und gemacht für die Berge. Ein Sommer auf Alpweiden entspricht ihrem Naturell.
Übrigens gibt es innerhalb der Braunvieh-Kühe noch zwei Raritäten: die sogenannten Blüem- und Gurtkühe. Sie geniessen den Ruf eines Glücksbringers im Stall und auf der Alp. Wollen Sie mehr über Blüem- und Gurtkühe wissen? Dann lesen Sie hier weiter.