Rinderrassen
Maine Anjou
Maine Anjou oder Rouge des Prés – die Rote von den Wiesen Westfrankreichs
Entstanden aus einer lokalen Rasse Westfrankreichs
Das Maine-Anjou Rind kommt aus der historischen Provinz „Anjou“ (Pays de la Loire) in Frankreich, gelegen an der unteren Loire, südwestlich von Paris. Im 19. Jahrhundert wurden Tiere der lokalen und hellrot-weiss gefleckten Rasse Mancelle mit aus England importierten Durham-/ Shorthorn-Rindern gekreuzt. Daraus hervorgegangen ist die grosswüchsige, robuste Zweinutzungsrasse Maine Anjou – benannt nach den Flusstälern Maine und Anjou.
Die Maine Anjou war jahrelang eine der bedeutendsten Fleischrassen Westfrankreichs. Doch mit der Intensivierung der Landwirtschaft ab den 1970er Jahren gewannen andere Rassen an Wichtigkeit. Die Maine-Anjou zeigt ihr Potential dort, wo sie auf der Weide gehalten wird. Sie ist sehr genügsam und bringt auch dann noch eine gute Leistung, wenn im Sommer auf den Wiesen und Weiden wegen der Trockenheit kaum noch etwas wächst.
Neuer Name wegen der Ursprungsbezeichnung
Als für das Fleisch der Rasse die Ursprungsbezeichnung geschützt werden sollte, drängte sich ein Namenswechsel auf: Das Fleisch «AOP Maine-Anjou» darf nicht den gleichen Namen tragen wie die Rasse, von der es stammt. So wurde im Jahr 2003 aus der Maine Anjou die «Rouge des Prés» - die Rote von den Wiesen.
Auch heute noch weiden rund 90% der Rouge des Prés im Gebiet ihres Ursprungs und umliegenden Regionen. Doch die ruhige und anspruchslose Rasse hat auch Anhänger in der Schweiz und in vielen anderen Gegenden der Welt gefunden.