Blog Mutterkuhhaltung
(Alp)weiden will gelernt sein
Im Interview berichtet Christa Buchli, dass die Rinder jeweils am Anfang auf der Alp wie «Barbiepuppen» über die Weiden staksen. Ungewohnt dieser Untergrund, da läuft man lieber etwas vorsichtig. Auch ein Walliser Bauer, der für seine Angus-Zucht gerne Tiere dieser Rasse aus deren Ursprungsland Schottland importiert, weiss ähnliches zu berichten.
Für den aus Schottland importierten Angus-Stier muss es ein richtiger Schock gewesen sein, als er in seinem neuen Zuhause im Wallis zum ersten Mal auf die Weide gelassen wurde. Er blieb einfach oben stehen und sah sich das Geschehen in Ruhe an. Was er wohl gedacht haben mag? Vielleicht etwas in der Art von: «Da geht es ja so steil hinunter? Was machen denn die anderen Tiere meiner Herde da unten? Warum sollte ich diesen Steilhang hinunterklettern?!»
Und dann kam der nächste Schock, es wurde heiss im Wallis im Sommer 2019, bis zu 40 Grad. Während drei Tagen versteckte sich der schottische Stier im Schatten, frass nichts und trank nichts. Sein in der Schweiz geborener Kollege hingegen lag gemütlich in der Sonne und liess es sich gut gehen.
Auch die aus Schottland importierten jungen Rinder hatten etwas Mühe mit ihrem ersten Alpsommer. Das Gehen an den Hängen erforderte Übung. Und wenn man nicht weiss, wo es etwas zu trinken gibt, ist man ganz schön aufgeschmissen. Da haben es die Kälber von Mutterkühen gut. Mutterkühe, die jedes Jahr auf die gleiche Alp zurückkehren, erinnern sich an die Wege und Trinkstellen und zeigen sie ihren Kälbern. Zudem sind die Kälber von Mutterkühen ans Weiden gewöhnt, schliesslich sind sie von klein an täglich auf der Weide.